Wichtige Körperfunktionen im Non-REM-Schlaf
Wie wichtig der gesunde Schlaf ist, wird deutlich, wenn man genauer auf die Körperfunktionen während des Schlafens eingeht. Denn der Körper schaltet während des Schlafes auf eine andere Funktionsweise um. Eine Art komplexer, innerer Zeitplan. Misst man im Blut das in der Nebennierenrinde produzierte Stresshormon Cortisol, so findet man niedrigere Werte nach dem Einschlafen als im Wachzustand. Das Wachstumshormon erreicht erst in der Tiefschlafphase hohe Werte. Die hormonellen Veränderungen bewirken nach Schlafbeginn eine Aktivierung der Aufbauvorgänge im Stoffwechsel.
Die Körpertemperatur steuert unsere innere Uhr und zeigt, wann wir müde werden und schlafen wollen. In der Nacht ist unsere Körpertemperatur am niedrigsten. Dabei sinkt sie um einige Zehntelgrad und unser Bedürfnis zu schlafen ist am größten. Gegen Morgen steigt unsere Körpertemperatur wieder und wir wachen auf.
Atmung und Puls werden langsamer und der Blutdruck sinkt. Es zeigt sich ein regelmäßiger Tag-Nacht-Rhythmus von Blutdruck und Herzfrequenz, deren nächtliche Werte etwa um 20 Prozent niedriger liegen als die Tageswerte. Das eigentliche Minimum ist in der Zeit zwischen zwei und drei Uhr morgens erreicht. Vor dem Erwachen klettert der Blutdruck nach oben, ohne das gleichzeitig die Herzfrequenz ansteigt. Diese Änderungen des Blutdrucks unterliegen mehreren Einflüssen wie Schlaf, Alter, Geschlecht, Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme, Kalorienzufuhr und vor allem körperliche Aktivität. Auch Jahreszeiten haben Schwankungen zur Folge. So liegen die Blutdruckwerte im Winter höher als im Sommer.
Die niedrigste Herzfrequenz misst man während der Nacht. Nach dem Aufwachen steigt die Herzfrequenz an. Bei bettlägerigen Patienten findet sich gegen Mittag ein Maximum. Insgesamt wird die Herzfrequenz durch psychische und physische Einflüsse deutlich stärker beeinflusst als der Blutdruck.