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Erfahrungsbericht Wasserbett für Kinder mit ADHS

Erfahrungsbericht Wasserbett für Kinder mit ADHS

Julia Strahmer ist 29 Jahre alt, gelernte Krankenschwester und lebt mit ihrem 5 Jahre alten Sohn Timo in Berlin. Timo hat das ADHS-Syndrom und ihn ins Bett zu bringen, war für seine Mutter oft eine Tortur. Dann empfahl eine Bekannte der kleinen Familie ein Wasserbett für Timo. Julia Strahmer erzählt: "Als ich erfuhr, dass Timo unter ADHS leidet, brach eine kleine Welt für mich zusammen. Als Krankenschwester war mir zwar bewusst, dass etwa drei bis zehn Prozent aller Kinder Symptome von ADHS zeigen, doch das gerade mein Kind davon betroffen sein sollte, war für mich ein Schlag ins Gesicht. Doch wir lernten damit zu leben und überwanden alle kleineren und größeren Hindernisse gemeinsam. Nur eins konnte ich nie akzeptieren und es raubte mir jeden Tag aufs Neue die Nerven: das ins Bett bringen. Natürlich wusste ich, dass jeden Kind, ob ADHS oder nicht, es nicht mag ins Bett zu gehen, aber Timo brach jegliche Normalität. Immer, wenn ich ihn ins Bett brachte, las ich ihm eine Geschichte vor und streichelte ihm über den Kopf in den Schlaf. Sobald ich das Zimmer verließ, war er wieder wach und begann zu schreien. Egal wie lange ich mit ihm im Zimmer saß, ob zehn Minuten oder zwei Stunden, sobald ich das Zimmer verließ, war er wieder wach. Auch, wenn ich ihn mit zu mir ins Schlafzimmer nahm, wollte er nicht einschlafen, quengelte und schrie. Meistens ging das über sechs, sieben Stunden. Vor Mitternacht schlief er eigentlich nie ein. Mich machte das total fertig. Oft saß ich, wenn Timo endlich vor Erschöpfung eingeschlafen war, im Wohnzimmer und weinte. So konnte es doch nicht weitergehen. Ich war völlig verzweifelt. Vor einem Jahr besuchte uns Magda, eine liebe Bekannte aus München, für einige Tage. Sie hatte ein Vorstellungsgespräch und übernachtete auf dem Sofa. Sie ist selbst Mama von zwei Kindern und war entsetzt, als sie sah, wie es bei uns jeden Abend zugeht. Wir unterhielten uns lange darüber, fanden jedoch keine Lösung. Einige Wochen, nachdem sie bei uns zu Besuch war, rief sie mich an und sagte, sie hätte eine mögliche Lösung für Timos Problem. Eine Arbeitskollegin ihres Mannes hatte die gleichen Probleme wie ich - bis sie ihrer Tochter ein Wasserbett kaufte. Ich traute meinen Ohren nicht. Ein Wasserbett soll unser großes Problem lösen? Magda sprach mir Mut zu. Und sie hatte ja recht: was hatte ich zu verlieren? Also kaufte ich Timo ein Wasserbett. Und es war einfach unglaublich und auch ein bisschen unheimlich. Als das Wasserbett endlich in seinem Kinderzimmer stand, baute ich es in Timos gute-Nacht-Geschichte ein. Ich erzählte ihm von den Helden, die im Wolkenbett - wie er es von Anfang an nannte - schlafen und all ihre Abenteuer darin bestreiten. Er schlief ein. Und als ich das Zimmer verließ, schlief er weiter. Zehn Minuten wartete ich vor seiner Tür und es passierte nichts. Ich weiß bis heute nicht warum, aber seit diesem Tag schläft Timo jeden Abend nach seiner Wolkenbett-Geschichte ein und schläft bis zum nächsten Morgen durch. Seitdem ist unser Leben einfach perfekt - auch mit ADHS!"