Die Geschichte von Wasserbetten
Schlafen auf Wasser ist keine Erfindung der Menschen, denn schon als Ungeborener ruht der Mensch nahezu schwerelos im Mutterleib, umgeben von einer wasserartigen Flüssigkeit. Der menschliche Körper besteht zu 68 Prozent aus Wasser und wir
bewegen uns auf der Erdoberfläche, die zu 70 Prozent mit Wasser bedeckt ist. Wasser ist das wichtigste Element für jedes Lebewesen. Durch hochwertige Materialien und moderne Verarbeitungstechniken wurde Wasser schließlich zu der sicheren, natürlichen
und gesunden Schlafunterlage, die wir heute als Wasserbett kennen.
Die meisten Menschen glauben, dass Wasserbetten auf eine sehr kurze Geschichte zurückblicken und in den 70er Jahren von der Woodstock-Generation als alternative Schlafstelle entwickelt wurden.
Doch das ist falsch. Denn die ersten bekannten Schläfer auf Wasserbetten waren die Perser. Bereits vor über 3000 Jahren füllten die Perser zusammengenähte Ziegenfälle mit Wasser, um sie in der Sonne aufzuwärmen und nachts darauf zu schlafen. Auch die Naturvölker in Südamerika und Afrika schliefen auf der Ur-Form vom Wasserbett. Natürlich ist diese Art vom Wasserbett nicht mit dem modernen Wasserbett von heute vergleichbar. Das Wasserbett der Ureinwohner wurden aus Ziegenhäuten genäht und mit Wasser gefüllt. Das hatte große Vorteile. Zum einen gab es so immer einen Trinkwasservorrat und zum anderen war der Schlaf sehr bequem. Tagsüber wurde das Ur-Wasserbett in der Sonne aufgeheizt, um in der Nacht eine warme und gemütliche Schlafstätte zu haben.
Noch heute schlafen die Nomaden auf dieser Ur-Art vom Wasserbett. Die mit Wasser gefüllten Ziegenhäute werden auf den Rücken der Kamele durch die Wüste transportiert und stellen im Notfall die Wasserreserve dar. Wenn die Nomaden abends ihr Lager aufschlagen, werden die aufgeheizten Ziegenhäute wie damals als Bettunterlage genutzt. Und so funktioniert das Wasserbett schon seit Jahrtausenden.
Der erste Schritt in der Entwicklung vom modernen Wasserbett wurde 1880 gemacht. Bereits damals, Ende des 19. Jahrhunderts, wurde die heilsame und gesunde Auswirkung des Schlafes auf einem Wasserbett erkannt. Damals wurde das Wasserbett hauptsächlich in der Medizin eingesetzt. Beispielsweise wurden Patienten mit starken Verbrennungen auf Liegen mit einer Wassermatratze gebettet, um die starken Schmerzen zu minimieren.
Bis heute hat das Wasserbett in der Medizin eine sehr große Bedeutung.
Im Jahre 1851 erkannte der Arzt Dr. William Hooper der Vorzüge des schwebenden Schlafs für die Behandlung schwerer medizinischer Leiden. Er entwickelte eine Wassermatratze aus Gummi. Seitdem wurden immer mehr Vorteile und positive Auswirkungen von Wasserbetten auf Patienten entdeckt. Anfangs wurden Wasserbetten nur bei bettlägerigen Patienten benutzt, dann auch für Dekubitus-Patienten und schließlich wurde das Wasserbett in viele Bereiche erweitert. Heute sind die medizinischen Vorteile von Wasserbetten bewiesen und nicht mehr bestreitbar. Dadurch werden Wasserbetten auch immer gezielter in der Krankenpflege eingesetzt.
Doch bis in die 60er Jahre war die Beliebtheit von Wasserbetten fast ausschließlich im medizinischen Bereich zu finden. Erst nach und nach wurden Wasserbetten auch für den allnächtlichen Schlaf entdeckt, was auch mit den neuen Möglichkeiten durch den Einsatz von PVC zusammenhängt. Zuerst wurden in den 60er Jahren Wasserbetten mit PVC jedoch wieder ausschließlich für den medizinischen Bereich gebaut. Vordenker, wie der Amerikaner Charles Hall, erkannten jedoch auch die Vorteile von Wasserbetten für den normalen, gesunden Schlaf. Er meldete schließlich das erste Patent für Wasserbetten an - und scheiterte. Denn der populäre Science-Fiction-Autor Robert A. Heinlein führte Wasserbetten in seinem Roman "Ein Doppelleben im Kosmos" schon viel früher und so präzise ein, dass das US-Patentamt ihm schließlich die geistige Urheberschaft für das Wasserbett zusprach.
Ende der 60er Jahre überarbeitete Charles Hall Wasserbetten mit modernen Materialien und Techniken. Der Amerikaner entwickelte das heutige Wasserbett aus Polyvinylchlorid. Er erkannte, dass der Matratzenfüllstoff Wasser ist ideal, um darauf zu schlafen, da der menschliche Körper selbst zu 80 Prozent aus Wasser besteht. Anstelle von Wasser könnte man auch andere Flüssigkeiten verwenden. Doch Wasser ist am einfachsten zu handhaben und bietet sich förmlich an. Als es um 1900 modern wurde, nicht mehr auf Strohsäcken sondern auf gewickeltem Draht zu schlafen, war dies zur damaligen Zeit mindestens so außergewöhnlich wie das Schlafen auf Wasser.
Federkernmatratzen machen heute den Hauptteil der in Deutschland benutzen Matratzen aus. Die setzten sich vor 110 Jahren gegen die Strohsäcke durch, weil sie damals einfach besser waren. Betrachtet man heute die jährliche Steigerungsrate beim Kauf von Wasserbetten, wird klar, dass die Zukunft den Wasserbetten gehört. Allein in Deutschland besitzen schätzungsweise acht Millionen Menschen ein Wasserbett. Und es werden immer mehr! Denn es ist bewiesen, dass keine andere Matratze eine bessere Körperanpassung und damit vollkommene Entspannung bietet wie ein Wasserbett.